Bernebeug: „Wachsen im Glauben braucht Bildung“

Informationen zu den Glaubenskursen, die von der EKD angeboten werden, findet man auch im Internet: www.kurse-zum-glauben.de (Foto: screenshot)
Informationen zu den Glaubenskursen, die von der EKD angeboten werden, findet man auch im Internet: www.kurse-zum-glauben.de (Foto: screenshot)

PfarrerInnentagung befasste sich mit Bedeutung von Glaubenskursen

Neusiedl am See (epdÖ) – Das Thema Glaubenskurse war Schwerpunkt am dritten Tag der diesjährigen gesamtösterreichischen PfarrerInnentagung in Neusiedl am See. Auf deren Bedeutung wies Erhard Bernebeug am 27. August hin. Der Oberkirchenrat im Referat für Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) betonte den engen Zusammenhang zwischen Glauben und Lernen beziehungsweise Bildung. Zwar könnten missionarische Glaubenskurse den Glauben nicht hervorrufen, da dieser ein unverfügbares Werk des Heiligen Geistes sei. Allerdings wirke dieser immer mittelbar. Glaubenskurse könnten hier aber einen Raum bieten, wo Glauben entstehen könne. Für missionarische Glaubenskurse würden aber dieselben Standards gelten wie auch für andere Bildungsangebote. So müssten auch missionarische Glaubenskurse ergebnisoffen sein. TeilnehmerInnen dürften am Ende eines Kurses auch andere Schlüsse ziehen als die Kursleiter. Zwang von Seiten der Veranstalter sei ein absolutes Tabu, Angebote die hier einen – vielleicht auch nur subtilen – Druck ausüben, seien unseriös und abzulehnen.

Glaubenskurse würden sich aber nicht nur an Menschen richten, die der Kirche fern stehen. Auch für Menschen in der Kerngemeinde könnte Glaubenskurse den Glauben vertiefen. „Bleiben und Wachsen im Glauben sind auf Bildung angewiesen, diese Überzeugung gibt es seit Anbeginn der Kirche“, bringt es Oberkirchenrat Bernebeug auf den Punkt. Derzeit gebe es rund 60 unterschiedliche Glaubenskurse in Deutschland, so Berneburg. Ein einheitlicher EKD-Glaubenskurs sei nicht gewünscht, in einer eigens herausgegebenen Mappe werden aber rund neun Glaubenskurse empfohlen, die sich als besonders geeignet erwiesen hätten, darunter etwa der Kurs „Spur 8“. Im Internet findet man unter www.kurse-zum-glauben.de viele wichtige Informationen. Es gibt mittlerweile auch einen Online-Kurs, der unter www.online-glauben.de zu finden ist. Bernebeug resümiert: „Man kann sich als Pfarrer nichts Schöneres antun, als einen Glaubenskurs zu veranstalten. Deshalb ist man doch ins Amt gegangen: weil man mit den Menschen den Glauben teilen mag.

„In der anschließenden Diskussion wurde die praktische Dimension von Glaubenskursen gesprochen. „Ich habe selber sehr lange Glaubenskurse gemacht und selbst gestrickt. Es gibt viele Kolleginnen und Kollegen, die eigene Kurse basteln“, erklärte Rektor Fritz Neubacher vom Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau (WEG). Glaubenskurse seien keine Selbstläufer, sondern bedürfen einer großen Anstrengung. „Ein Glaubenskurs hat in sich noch ganz wenig Gemeindeentwickelndes. Um so ein Instrument zu etablieren, das über längere Zeit stattfindet und gemeindeentwickelt wirkt, bedarf es eines großen Konzepts, einer Strategie und einer kräftigen Anstrengung.“

Pastor Stefan Schröckenfuchs hat schon früh Erfahrung mit Glaubenskursen gemacht, war aber anfangs skeptisch. In seiner Gemeinde seien schon unterschiedliche Glaubenskurse ausprobiert worden. „In jedem Fall war es so, dass es nach den Kursen das Bedürfnis gab, wir wollen uns noch weiter mit dem Thema beschäftigen. Die Gruppen wollten noch tiefer über das Thema reden, einige sind auch noch tiefer in die Gemeinde gekommen.“ Derzeit liege der Fokus auf der Frage, wie es gelingen kann, noch mehr Menschen von außen zu den Glaubenskursen einzuladen, sagt Schröckenfuchs.

„Ich habe die Kurse für mich selber auch sehr fruchtbringend erlebt. Ich habe biblische Geschichten selber mit neuen Augen gesehen“, erzählt Pfarrerin Dagmar Wagner-Rauca. Die Glaubenskurse würden viel bewegen und hätten auch oft die Grundlage für seelsorgerische Gespräche gebildet. WEG-Gemeindereferent Christian Kohl ermutigt PfarrerInnen dazu, bei der Veranstaltung und Durchführung von Glaubenskursen auch Gemeindemitglieder aktiv einzubinden.

Aus dem Plenum kamen teilweise kritische Stimmen zu dem Konzept der Glaubenskurse. Das Werben für missionarische Glaubenskurse könne ein schlechtes Bild auf die bisherigen religionspädagogischen Bemühungen sowie auf die Predigttätigkeit von Pfarrerinnen und Pfarrer werfen.

Bischof Michael Bünker, Landessuperintendent Thomas Hennefeld und Superintendent Lothar Pöll konnten zu der gemeinsamen PfarrerInnentagung der evangelischen Kirchen rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Am Donnerstag bietet Oberkirchenrat Karl Schiefermair dann erste Einblicke ins bevorstehende Jahr der Bildung. In diesem Jahr findet bei der PfarrerInnentagung auch ein internationaler Austausch statt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fahren ins nahegelegene Sopron (Ungarn), um dort mit der evangelischen Gemeinde und Vertretern des evangelischen Gymnasiums ins Gespräch zu kommen.

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ISSN 2222-2464