Befreiungsfeier Mauthausen im Zeichen des religiösen Widerstands

Mauthausen/Wien (epd Ö) – Die Gedenkfeiern in Erinnerung an die Befreiung des KZ Mauthausen widmen sich 2009 dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus aus religiöser Motivation.
Unter den mehr als 200.000 Häftlingen, die zwischen 1938 und 1945 in Mauthausen inhaftiert waren, befanden sich auch tausende, die sich aufgrund ihrer religiösen Überzeugung gegen das NS-Regime aufgelehnt hatten. Auch wenn sich das nationalsozialistische Regime von Anfang an als explizit kirchen- und religionsfeindlich deklarierte bzw. sich als Ersatzreligion verstand und etablieren wollte, kann davon ausgegangen werden, dass kaum jemand allein wegen seines Glaubens oder der religiösen Praxis im engsten Verständnis verfolgt wurde. Sehr wohl aber riskierte Verfolgung und Haft, wer aus seinem Glauben und der daraus resultierenden Verantwortung für das menschliche Zusammenleben und die Gestaltung der Gesellschaft heraus die Konsequenzen zog, erinnert Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, in einer Aussendung.

Vertreter von fünf Religionen – unter ihnen der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker und der katholische Altbischof Maximilian Aichern – werden sich im Rahmen der Internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier am Sonntag, 10. Mai, mit einem Appell an Politik und Gesellschaft wenden und sie auffordern, gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Intoleranz und Diskriminierung vehement aufzutreten. Dieser Appell wird zum Abschluss der Feierlichkeiten stellvertretend den anwesenden Ehrengästen, darunter Bundespräsident Heinz Fischer, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Bundeskanzler Werner Faymann und der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Altbischof Herwig Sturm, übergeben.

ISSN 2222-2464