Autofasten: „Positive Bilanz“

Superintendent Weiland und Diözesanbischof Küng bei Abschlussveranstaltung im St. Pöltner Landhaus

St. Pölten (epd Ö) – Eine positive Bilanz der Aktion „Autofasten“ haben der evangelisch-lutherische Superintendent für Niederösterreich, Paul Weiland, und der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng gezogen. „Wir dürfen nicht immer nur fordern, sondern müssen selbst durch kleine Schritte dazu beitragen, um etwas zu verändern“, so Bischof Küng bei einem Pressegespräch zum Abschluss der Aktion im Landhaus in St. Pölten. Neben der „Notwendigkeit, durch Entschleunigung zu Besinnung zu kommen“, werde der aktive Umweltschutz angesichts der zunehmenden Wetterkapriolen immer wichtiger, betonte Küng. Die Aktion „Autofasten – Heilsam in Bewegung kommen“ war eine ökumenische Initiative der Diözese St. Pölten gemeinsam mit der Erzdiözese Wien, der Diözese Eisenstadt und der evangelischen Kirche in Wien, Niederösterreich und Burgenland in der Fastenzeit 2007.

 

Die Verantwortung von Christen für die Schöpfung hob Superintendent Weiland hervor: „Es ist ein biblischer Grundauftrag, dass sich die Menschen um die Schöpfung kümmern“. Doch von Anfang an sei dieser Auftrag immer wieder verletzt worden, so Weiland. Wo immer die Natur ausgebeutet werde, verletzten die Menschen schließlich auch sich selbst.

 

Ohne Auto bei jedem Wetter

 

Bischof Küng und Superintendent Weiland überreichten ein im Rahmen der Initiative „Autofasten“ verlostes Fahrrad an die Gewinnerin Christine Rodner aus Wiener Neustadt. Sie fahre täglich mit dem Fahrrad zu ihrem Arbeitsplatz in das Bildungshaus St. Bernhard, sagte Rodner, „bei jedem Wetter“.

 

Ohne Auto waren in der Fastenzeit in Niederösterreich 393, in Wien 882 und im Burgenland 46 Personen unterwegs. „Viele Menschen fanden die Idee toll und haben mitgemacht, ließen sich jedoch nicht offiziell registrieren“, so die Umweltbeauftragte der Erzdiözese Wien, Evelyn Hödl. Die Zahl der Anmeldungen sei zwar „nicht spektakulär“, doch gehe man davon aus, dass insgesamt etwa drei Mal so viele Menschen tatsächlich an der Aktion beteiligt waren.

 

Das Leben ohne Auto sei für die meisten Teilnehmer eine „Herausforderung“ und ein „Experiment“ gewesen, berichtete Hödl. Neben positiven Erfahrungen wie Entschleunigung, weniger Stress und mehr Bewegung hätten sich auch deutlich die Grenzen des Machbaren gezeigt: Oft gebe es keine oder schlechte Verbindungen öffentlicher Verkehrsmittel. Nebenrouten würden kaum bedient, die Tarife seien hoch. Hier sei die Politik gefordert, so Hödl.

 

Der niederösterreichische Umweltlandesrat Josef Plank dankte den Kirchen für die Initiative „Autofasten“ und auch dafür, dass Niederösterreich als Land „ein bisschen mitmachen durfte“. Die Initiative des Landes habe die Förderung der „sanften Mobilität“ zum Ziel und die Verdoppelung der mit dem Rad zurückgelegten Strecken von sieben auf 14 Prozent.

 

ISSN 2222-2464