Asyl: Caritas und Diakonie über Platter-Aussagen „enttäuscht“

Innenminister sollte Wahrnehmungsbericht „lesen und ernst nehmen“

Wien (epd Ö) – Als „enttäuschend“ haben der Wiener Caritasdirektor Michael Landau und Diakonie-Direktor Michael Chalupka die jüngsten Aussagen von Innenminister Günther Platter zum Asyl- und Fremdenrecht bezeichnet. Der im Dezember von mehreren NGOs vorgestellte Wahrnehmungsbericht enthalte eine Reihe von Kritikpunkten an den bestehenden Gesetzen, so Landau: „Der Innenminister sollte diesen Bericht lesen und die darin enthaltenen Punkte ernst nehmen.“

 

In dem Bericht seien u.a. die „unmenschlichen Härten für Asylsuchende durch die neue Schubhaftpraxis“ kritisiert worden, heißt es in der gemeinsamen Aussendung von Caritas und Diakonie. Die Qualität der Bescheide in erster Instanz sei „erschreckend schlecht“. Besonders Schutzbedürftige, wie traumatisierte und minderjährige Flüchtlinge, erhielten nicht den Schutz, den sie brauchen. „Wir sind überzeugt, dass sich Minister Platter eigenständig ein Bild machen möchte und laden ihn herzlich dazu ein, unsere Einrichtungen zu besuchen und Gespräche mit den Mitarbeitern zu führen“, so Diakonie-Direktor Chalupka.

ISSN 2222-2464