Armutskonferenz: Schenkungs- und Erbschaftssteuer reformieren

Massive Schieflage im sozialen Ausgleich

Wien (epd Ö) – „Österreich wird zu einem der wenigen Industrieländer, das weder eine Vermögenssteuer noch eine Börsenumsatzsteuer noch eine Erbschafts- und Schenkungssteuer hat“, warnt die Armutskonferenz in einer Aussendung vor einer massiven Schieflage im sozialen Ausgleich. In der Armutsbekämpfung, in der Pflege und in Bildungsmaßnahmen für sozial Benachteiligte müsse um jeden Euro gekämpft werden. Wenn es um die einflussreichen Interessen gehe, spiele Geld plötzlich keine Rolle mehr. Wer Vermögen nicht besteuere, müsse bei Pflegebedürftigen die letzten Ersparnisse einkassieren. Sozialer Ausgleich über Steuern sei fairer als Vermögensprüfungen im sozialen Risikofall. Weiter ist die Armutskonferenz der Meinung: „Wer Vermögen nicht besteuert, muss den Faktor Arbeit und das Alltagsleben der Menschen mit indirekten Steuern belasten.“ Angesichts der niedrigen Vermögenssteuern in Österreich und sichtbar werdender sozialer Ungleichheiten sei das Auslaufen von Schenkungs- und Erbschaftssteuer „eine ökonomisch und verteilungspolitisch falsche Entscheidung“, kommentiert das österreichische Anti-Armutsnetzwerk die aktuelle Debatte.

 

ISSN 2222-2464