Amnesty International beklagt Rassismus

Rassistisch motivierte Gewalt kann bis zum Völkermord führen

Bonn, 01. August 2001 (epd) Amnesty International hat die Staaten zur weltweiten Ächtung von Rassismus aufgefordert. Rassistisch motivierte Gewalt könne bis zum Völkermord führen, erklärte die Menschenrechts-Organisation in Bonn. Besonders Angehörige unterdrückter und unterprivilegierter Bevölkerungsgruppen seien von Rassismus bedroht. Anlass des Appells ist die UN-Konferenz gegen Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit vom 31. August bis 7. September im südafrikanischen Durban. Der Völkermord 1994 in Ruanda habe auf tragische Weise gezeigt, wie schnell ethnische Spannungen und rassistische Vorurteile bis hin zum Massenmord eskalieren können, fügte amnesty hinzu. Auch die Kriege im ehemaligen Jugoslawien seien geführt worden, weil die neuen Republiken die Rechte ethnischer Minderheiten nicht respektiert hätten. Zudem würden Sinti und Roma in weiten Teilen Europas diskriminiert, weil sie als „ethnisch minderwertig“ wahrgenommen würden. In Indien gebe es eine „verdeckte Apartheid“ von Polizei und Justiz gegenüber den rund 160 Millionen Dalits oder „Unberührbaren“, so amnesty. In den USA spiele die Hautfarbe bei der Verhängung von Todesurteilen eine wichtige Rolle. Zahlreiche Studien belegten, dass vier von fünf Kapitalverbrechern wegen Mordes an einem weißen Opfer hingerichtet werden. Unter den Mordopfern gebe es jedoch ebenso viele Schwarze wie Weiße.

ISSN 2222-2464