Abschlussfeier zum Diakoniejahr 2013 in St. Pölten

KonfirmandInnen mit dem Diakoniebild, das bei der Versteigerung € 2000.- erbracht hat. Mit dem Geld werden jugendliche Asylwerber für Fahrtkosten im Zug ihrer Ausbildung unterstützt. Dahinter v.l. Militärkommandant Rudolf Striedinger, Synodenpräsident Peter Krömer, Nationalratsabgeordneter Friedrich Ofenauer, Vizebürgermeister Franz Gunacker, Nationalratsabgeordneter Otto Pendl, Pfarrerin Angelika Petritsch, Pfarrer Andreas Hankemeier, Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour, Superintendent Paul Weiland sowie Karin Gruber, Leiterin der Justizanstalt Göllersdorf. (Bild: Antonia Pointner)
KonfirmandInnen mit dem Diakoniebild, das bei der Versteigerung € 2000.- erbracht hat. Mit dem Geld werden jugendliche Asylwerber für Fahrtkosten im Zug ihrer Ausbildung unterstützt. Dahinter v.l. Militärkommandant Rudolf Striedinger, Synodenpräsident Peter Krömer, Nationalratsabgeordneter Friedrich Ofenauer, Vizebürgermeister Franz Gunacker, Nationalratsabgeordneter Otto Pendl, Pfarrerin Angelika Petritsch, Pfarrer Andreas Hankemeier, Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour, Superintendent Paul Weiland sowie Karin Gruber, Leiterin der Justizanstalt Göllersdorf. (Bild: Antonia Pointner)

Weiland: „Wir sind authentisch, wenn wir diakonisch sind“

St. Pölten (epdÖ) – Mit einer großen Feier fand das Diakoniejahr der Evangelischen Kirchen in St. Pölten seinen Abschluss. Vertreterinnen und Vertreter aus den niederösterreichischen Pfarrgemeinden wie aus diakonischen und karitativen Einrichtungen trafen sich am 18. Jänner in der Landeshauptstadt, um das vergangene Schwerpunktjahr Revue passieren zu lassen und sich noch einmal an die vielen diakonischen Aktivitäten der vergangenen zwölf Monate zu erinnern.

„Das Diakoniejahr ist zu Ende, aber natürlich hört die diakonische Arbeit in unseren Pfarrgemeinden nicht auf“, erklärte Niederösterreichs Superintendent Paul Weiland. Diakonie sei Teil der Kirche, Diakonie gehöre zum Christsein dazu, so Weiland, der sich bei den vielen haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für das Gelingen des Diakoniejahres bedankte. „Wir sind dann authentisch, wenn wir diakonisch sind!“ Vor Vertretern aus Stadt- und Landespolitik lobte Weiland die gute Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und der Evangelischen Kirche.

Von einem bemerkenswerten Jahr sprach auch Niederösterreichs Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour. „In diesem Jahr ist unglaublich viel passiert. Speziell auch am Diakoniesonntag hatten wir tolle Erfolge und haben wichtige Erfahrungen gemacht.“ Durch diese vielen Veranstaltungen sei es gelungen, einem breiten Publikum die vielfältigen diakonischen Aufgaben der Kirche näherzubringen und bekanntzumachen.

Oberkirchenrat Karl Schiefermair, zuständig für die Diakonie, bezeichnete das Diakoniejahr 2013 als einen österreichweiten Erfolg. „Diakonie ist der Arm des Glaubens, der in der Liebe tätig wird“, sagte Schiefermair. Insgesamt habe das Jahr der Diakonie dazu beigetragen, dass sich Pfarrgemeinden untereinander vernetzen und miteinander Gutes tun. „Das ist ein Spezifikum unserer Gesellschaft, dass das – noch – geht.“ Schiefermair rief die Pfarrgemeinden aber auch dazu auf, weiterhin karitativ tätig zu sein: „Eine Zahl ist bei mir in den letzten Tagen hängengeblieben. Sechs Prozent der Bevölkerung in Österreich leben in Armut. Das heißt, auch sechs Prozent der Menschen in unseren Pfarrgemeinden leben in Armut. Kennen wir die? Tun wir etwas für sie?“, fragte Schiefermair. Not werde leicht übersehen, zu schnell gewöhne man sich daran. Diakonie beginne daher mit der Wahrnehmung. Schiefermair: „Schauen wir drauf, mit dem Sehen beginnt’s!“

Symbol des Diakoniejahres 2013 waren „Diakonie-Kerzen“, die das ganze Jahr hindurch in den evangelischen Kirchen Niederösterreichs brannten. Hergestellt wurden diese in der Justizanstalt Göllersdorf, in der geistig abnorme Rechtsbrecher untergebracht sind. „Die Idee kam von Gefängnispfarrer Markus Fellinger“, erklärte Karin Gruber, Leiterin der Justizanstalt. „Die Patienten waren ganz erstaunt und erfreut, dass sie mitmachen durften.“ Das Gefühl gebraucht zu werden sei ganz wichtig, betonte Gefängnispfarrer Markus Fellinger. „Jede Bedeutung, die man einem Menschen gibt, trägt zum Selbstwert und zur Gesundung bei.“ Das Projekt sei aber auch für die Pfarrgemeinden wichtig gewesen, so Fellinger weiter. „Diese Menschen in der Haftanstalt geraten zu schnell in Vergessenheit. Durch diese Kerzen werden sie wahrgenommen.“

Bei der Abschlussfeier im Festsaal der Hypo NÖ wurde auch der Diakoniepreis des Niederösterreichischen Evangelischen Bildungswerks vergeben. Insgesamt waren acht Projekte aus sieben Gemeinden eingereicht worden. Den mit 2.000 Euro dotierten Preis erhielt die evangelische Pfarrgemeinde Krems, die seit mehreren Monaten eine iranische Flüchtlingsfamilie intensiv begleitet und betreut. Bei der Versteigerung eines Diakonie-Bildes, gezeichnet von niederösterreichischen KonfirmandInnen beim Konfitag 2013 in Wiener Neustadt, wurden ebenfalls 2.000 Euro erzielt. Das Geld kommt jungen Asylwerbern zu Gute, die damit ihren Pflichtschulabschluss nachholen können.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Gospelchor der Evangelischen Kirche in Niederösterreich unter der Leitung von Diözesankantorin Sybille von Both. Durch den Abend führte ORF-Journalistin Birgit Zeiss-Brammer.

ISSN 2222-2464