Abschied mit einem „Packerl Trost“

Die „Floridsdorfer Kirchengfraster“ gaben im Rahmen der Neueröffnung des Wiener Albert Schweitzer Hauses ihre letzte Vorstellung

Wien (epd Ö) – Mit frenetischem Applaus dankte ein großes Publikum den „Floridsdorfer Kirchengfrastern“ für ihren Auftritt am 8. November im Rahmen der Neueröffnung des Albert-Schweitzer-Hauses in Wien. Das Kabarett mit dem designierten lutherischen Bischof Michael Bünker sowie Sissy Kocner, Karl Weinberger und Josef Resch am Keyboard, das mit diesem Abend seine „unglaubliche Karriere“ (so der Einladungstext) beschloss, bot unter dem Titel ‚www.pfiat-eich.ade‘ das Beste aus zehn Programmen.

 

So den im Chaos endenden Seelsorgebesuch bei Herrn Huber „mit einem Packerl Trost“. Auch die Not der alten Dame im Fundbüro, die „ihren Glauben verloren“ hatte, war ein Thema, ebenso wie das feierliche Begräbnis der Vergangenheit der Kirche: „Jetzt kann guten Gewissens ein Schlussstrich gezogen werden.“ und der aggressive „Lutherrier“, der immer „nur spielen“ will, aber scharf auf „römische Alleinseligmacher“ ist.

 

Zum Thema Ökumene fesselte der legendäre Boxkampf über das Amtsverständnis zwischen Kurt Krenn und Johannes Dantine. Auch die Frage: „Was sind Geheimprotestanten?“ erhielt eine Antwort. Es handelt sich um „Evangelische, die sich hinter einer katholischen Fassade verstecken“.

 

Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigte, wie Martin Luther mit Frau Rosa Pfaffenbichler aus Floridsdorf seine 95 Thesen vorbereitet und sich von ihr über das Datum des Reformationsfestes aufklären lassen muss. Aktuell sorgte sich Frau Pfaffenbichler um den „Pensionsschock“ des „alten“ Bischofs und will sich vom „neuen Herrn Bischof“ nicht mundtot machen lassen.

 

Chansons wie das Lied von den Kirchenbeitragszahlen und „Du hast Glück mit dei’m Glaub’n, Protestant“ gaben dem mit Begeisterung aufgenommenen Programm eine weitere Note.

 

Umfangreiches Eröffnungsprogramm

 

Dem Kabarettabend war anlässlich der Neueröffnung des Albert Schweitzer Hauses ein umfangreiches Programm vorangegangen u.a. mit einer Diskussionsveranstaltung der Evangelischen Akademie Wien zum Thema „Minderheiten im Dialog“, dem Wienerlied-Duo „D´Scherzbuam“ der Evangelischen Hochschulgemeinde, einem spielerischen Wettbewerb der Diakonie mit „playshops statt workshops“, einer Vernissage zur Ausstellung „Ich. Finde was ich suche. Vogelwelt“, einem Schauspielkurs, einem Alphabetisierungskurs für ÖsterreicherInnen zum Erlernen des persischen Alphabets sowie mit Führungen durch das StudentInnenheim und die Veranstaltungsräume des Hauses und einem Kinderprogramm. Die Eröffnung und Segnung des neu gestalteten Albert Schweitzer Hauses erfolgte am 9. November.

 

Das Albert Schweitzer Haus in der Wiener Garnisongasse bietet nach längerer Umbauphase seit März dieses Jahres wieder 177 StudentInnen aus aller Welt Unterkunft. Es versteht sich als ein „schützender Ort der Begegnung, der Vielsprachigkeit, der Interreligiosität, des sozialen Engagements und des künstlerischen Ausdrucks“.

 

ISSN 2222-2464