Abschiebungen – Bischof Sturm: Offener Brief an Platter

„Setzen Sie ein Signal, das die Liebe zu diesem Land und die Hoffnung auf eine gute Zukunft stärkt“

Wien (epd Ö) – In einem offenen Brief hat der evangelisch-lutherische Bischof Herwig Sturm am Donnerstag, 20. Dezember, an Innenminister Günther Platter appelliert, in der Frage der Abschiebungen ein Signal zu setzen, „das die Liebe zu diesem Land und die Hoffnung auf eine gute Zukunft stärkt“. Sturm zeigt sich in dem Brief betroffen, dass sich die Realität von Migrantenfamilien in Österreich „ähnlich verzweifelt“ darstelle wie in der Geschichte von der Herbergsuche der Heiligen Familie. Die Familie Zogaj sei ein Beispiel, „das besonders nahegeht“.

 

Auch wenn Platters Standpunkt rechtlich mehrfach geprüft und durch einen Spruch des Verfassungsgerichtshofes „abgesegnet“ sei, bleibe trotzdem „das Gefühl von Ohnmacht, Zorn und Trauer, dass unser reiches Land, welches in Zukunft gut integrierte und engagierte Zuwanderer dringend brauchen wird, es heute diesen Menschen so schwer macht“, so der lutherische Bischof und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich. Als Minister habe Platter die Möglichkeit, das humanitäre Bleiberecht in diesem Fall zur Anwendung zu bringen. „Ich weiß, dass Sie sich öffentlich mit Hinweis auf die Beispielfolgen festgelegt haben“, schreibt Sturm, „trotzdem würden Sie mit einer neuen Entscheidung ein Zeichen der Menschlichkeit und des Mutes geben, das nicht nur von den betroffenen Personen, sondern von sehr vielen Menschen als Weihnachtsbotschaft verstanden und entsprechend geschätzt werden würde.“

 

ISSN 2222-2464