Abenteuer Spiritualiltät: Erster Impulstag in Wien

Vorbereitung auf das Jahr der Spiritualität 2004/2005

Wien, 17. März 2004 (epd Ö) Ein Überblick über die spirituellen Angebote innerhalb der evangelischen Kirche, der Erfahrungsaustausch und das Vernetzen der Aktivitäten standen im Mittelpunkt des ersten Impulstages „Abenteuer Spiritualität“ am Montag, 15. März, im Evangelischen Zentrum in Wien. Der Studientag diente der Vorbereitung auf das „Jahr der Spiritualität“, das das Arbeitsjahr 2004/2005 der Evangelischen Kirche A.B. prägen wird.

Mehrere Organisationen – vom Verein „pro ecclesia“ über die evangelischen Akademien und Bildungswerke bis zur Pfarrergebetsbruderschaft – präsentierten ihre Angebote. Verbindendes Element waren die Themen Einkehr, Innehalten, und das „Abholen von Menschen, dort wo sie sind“, wie es die Wiener Pfarrerin Dr. Ines Knoll formulierte.

Als einen „Weg des Lebens aus dem Geist Gottes im Alltag der Welt“ beschrieb Pfarrerin Dr. Ingrid Vogel den Begriff „Spiritualität“. Spirituelle Aktivitäten seien an verschiedenen Orten „unterschiedlich im Werden“. Wichtig ist der Beauftragten für Spiritualität dabei eine Abgrenzung gegenüber nichtchristlichen Inhalten. Die „ganze Palette gelebten Christentums“ soll auch anderen zugänglich werden, hofft Vogel, die gemeinsam mit Bischof Mag. Herwig Sturm den Impulstag leitete.

Keine Wurzeln der Spiritualität – wie sie heute verstanden wird – konnte der systematische Theologe Univ.-Doz. Dr. Max Suda bei Luther finden. Vielmehr ließen sich Verbindungslinien zum Reformhinduismus ziehen.

Auf die Gefahr, dass evangelische Spiritualität zu kopflastig werden könne, wies Pfr. Dr. Dietrich Bodenstein hin, und plädierte für ein verstärktes Wahrnehmen der „heil machenden Bilder“. Bodenstein: „Es wäre fatal, den biblischen Reichtum an Bildern wieder in des Geistes Blässe zurückzuverwandeln.“ Einen „ungeübten Umgang mit Spiritualität“ ortet Bischof Sturm. Heute habe „Erfolg“ einen „ausgeprägten spirituellen Geruch“. Gottesdienste seien der Ort, in denen Spiritualität erlebbar werde. Die Feier von Taufe und Abendmahl sieht Sturm hier als besondere Herausforderung. Er wünsche sich eine Spiritualität, „die sich Gottes freut“, und weniger an eine „Zweckgemeinschaft“ erinnert.

ISSN 2222-2464