60 Jahre „Weltgebetstag der Frauen“ in Österreich

Beim diesjährigen Weltgebetstag der Frauen ist Malaysia das Schwerpunktland. Das Bild ist ein Ausschnitt des Logos von 2012.
Beim diesjährigen Weltgebetstag der Frauen ist Malaysia das Schwerpunktland. Das Bild ist ein Ausschnitt des Logos von 2012.

Am 2. März kommen in mehr als 170 Ländern Gläubige zum Gebet zusammen

Wien (epdÖ) – Malaysia steht dieses Jahr im Mittelpunkt des ökumenischen „Weltgebetstags der Frauen“ (WGT), der traditionell am ersten Freitag im März begangen wird. Somit werden am kommenden 2. März Gläubige aus verschiedenen christlichen Kirchen zum gemeinsamen Gebet zusammenkommen – und das in mehr als 170 Ländern der Erde. Für Österreich kündigen die Organisatorinnen Gottesdienste an mehr als 400 Orten an. Erstmals wurde der Weltgebetstag in Österreich vor 60 Jahren ökumenisch begangen.

Die Liturgie für den Gebetstag wurde von Frauen aus Malaysia vorbereitet und steht unter dem Motto „Lasst Gerechtigkeit walten“. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht stets die Aufforderung nach solidarischem Teilen. Malaysia, das aus zwei Landesteilen besteht, die durch das Südchinesische Meer voneinander getrennt sind, zeichnet sich durch ethnische und religiöse Vielfalt aus: Menschen malaiischer, chinesischer und indischer Herkunft und Nachkommen indigener Völker leben zusammen. Damit das Zusammenleben trotz aller Unterschiedlichkeit gelingen kann, müssten die Menschen sich immer wieder „darin üben, einander zu tolerieren, zu verstehen und zu akzeptieren“, wie es von Seiten der Organisato-rinnen heißt.

Bei den Gottesdiensten am Weltgebetstag wird stets auch für soziale Projekte gesammelt, heuer beispielsweise für Frauen- und Kinderprojekte in Malaysias ärmstem Gliedstaat Sabah. In Sabah herrschen große soziale Spannungen zwischen der chinesischen Bevölkerung in den Städten, den indigenen Einheimischen sowie den vom Staat privilegierten muslimischen Malaien vor. Ein besonderes Problem ist die (insbesondere häusliche) Gewalt gegen Frauen und Kinder. Bis jetzt gibt es kein einziges professionell geführtes, von der Regierung unterstütztes Frauenhaus. Insbesondere im ländlichen Raum fehlt es an Informationen und Hilfestellung für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder. Mit den Spendengeldern wird deshalb ein Programm vor Ort unterstützt, in dem die Bevölkerung über Menschen- und speziell Frauenrechte sowie für Ursachen und Formen von Gewalt sensibilisiert und über mögliche Hilfestellung für Betroffene informiert wird. Weiters werden Tagesbetreuungszentren der Heilsarmee in Sabah unterstützt. In Kota Kinabalu (Ostmalaysia) und Banting (Westmalaysia) geben Mitarbeiter der Heilsarmee-Tageszentren 85 Kindern aus verarmten, bildungsfernen Schichten zwischen vier und zwölf Jahren Unterricht und unterstützen die SchülerInnen durch bedarfsorientierte Infrastruktur. Im „Zentrum für Frauenarbeit und Kunsthandwerk“ in Tinangol schließlich können Frauen traditionelles Kunsthandwerk erlernen und sich damit alternative Einkommensquellen schaffen. Pro Jahr werden 70 Frauen in diversen Kursen weitergebildet.

Älteste und größte ökumenische Basisbewegung

Der „Weltgebetstag der Frauen“ ist die älteste und größte ökumenische Basisbewegung. Er geht auf das Jahr 1887 in Nordamerika zurück und wird von katholischen, orthodoxen, evangelischen und freikirchlichen Christinnen gemeinsam begangen. In Österreich wurde der Weltgebetstag erstmals 1952 – vor 60 Jahren – ökumenisch gefeiert. Das veranstaltende Nationalkomitee in Österreich bilden die Römisch-katholische Kirche, die Evangelische Kirche A.B. und H.B., die Evangelisch-methodistische, die Altkatholische, die Armenisch-apostolische Kirche, die Anglikanische Kirche, Orthodoxe Kirchen, die Baptistengemeinde sowie die Heilsarmee. (Informationen: www.weltgebetstag.at)

ISSN 2222-2464