50 Jahre Evangelische Militärseelsorge

Symposion und Festakt am Donnerstag in Wien

Wien (epd Ö) – Die evangelische Militärseelsorge feiert am Donnerstag, 1. Februar 2007, ihr 50-jähriges Bestehen. Im Rahmen eines ganztägigen Symposions mit dem Titel „Netzwerk der Betreuung“ erörtern Ärzte, Psychologen, Militärethiker und Kommandanten den spezifischen Beitrag der Militärseelsorge. Ein großer Festakt, der am Donnerstagabend in der Landesverteidigungsakademie (Sala Terrena, Amtsgebäude Stiftgasse 2a, 1070 Wien) stattfindet, bildet den Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten. Dabei werden vor den zahlreichen Festgästen aus dem In- und Ausland der neue Verteidigungsminister Mag. Norbert Darabos, der evangelisch-lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm und Generalstabschef General Mag. Roland Ertl sprechen. An dem Festakt werden auch die leitenden Militärseelsorger aus Deutschland, Polen, der Schweiz, Slowenien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn teilnehmen.

„Die Aufgaben von Soldaten und Soldatinnen bringen es oft mit sich, dass sie einem außergewöhnlichen Umfeld ausgesetzt sind. Diese Bedingungen und Umstände können sich auf das seelische Wohl auswirken“, sagt Generalstabschef General Mag. Roland Ertl. „Da hilft vor allem eine objektive und zuwendende Rolle, und das ist in vielen Fällen der Militärseelsorger“, so der höchste Offizier des Bundesheeres in einer Aussendung.

Am 1. Februar 1957 trat der erste hauptamtliche Militärpfarrer Hellmut May, der Bruder des damaligen lutherischen Bischofs Gerhard May, seinen Dienst im Österreichischen Bundesheer an. Heute betreuen sechs Militärseelsorger und eine Militärseelsorgerin unter der Leitung des Militärsuperintendenten Mag. Oskar Sakrausky Soldaten im In- und Ausland.

Der Militärseelsorger begleite in der „mitgehenden Seelsorge“ die Soldaten in den Einsatz und werde aufgrund seiner Schweigepflicht auch gerne als Vertrauensperson angenommen, berichtet der evangelische Militärpfarrer Mag. Paul Nitsche gegenüber epd Ö. Die Militärseelsorger betreuen die Soldaten in liturgischen Feiern, etwa bei Totengedenken, bei Angelobungen, Segnungen, aber auch bei Feierlichkeiten um Weihnachten und Ostern. Darüber hinaus sei der Militärseelsorger im Gespräch und im Unterricht wichtiger Ansprechpartner in Fragen der Militärethik und berate auch den Kommandanten in sozialen, religiösen und kulturellen Fragen.

Seit 2003 ist Mag. Susanne Baus als erste Militärpfarrerin im Österreichischen Bundesheer tätig. Militärpfarrer gehören dem Bundesheer an und tragen auch die Uniform.

O-Ton im evang-Podcast: „50 Jahre evangelische Militärseelsorge“

ISSN 2222-2464