20 Jahre evangelische Gehörlosenseelsorge in Österreich

Wien (epd Ö) – In Österreich ist die Gebärdensprache seit 2005 gesetzlich anerkannt. In der Evangelischen Kirche werden Gottesdienste und Seelsorge bereits seit 20 Jahren in der Gebärdensprache angeboten. Darauf verwies Pfarrerin Mag. Lydia Burchhardt in ihrer Rede auf dem Reformationsempfang 2006 am 30. Oktober in Wien. Sie erinnerte an die Anfänge der evangelischen Gehörlosenseelsorge in Österreich, die auf die Initiative des 2002 verstorbenen Pfarrers Wieland Frank zurückgehen.

Burchhardt bezeichnete Frank als einen „Pionier“ im Bereich der europaweiten Gehörlosenseelsorge. Durch ihn wurde Pfarrerin Manuela E. Briggl zur Gehörlosenseelsorgerin ausgebildet, die wiederum Pfarrerin Evelyn Bürbaumer in die Gebärdensprache einführte. Heute würde sie, Burchhardt selbst, in Klagenfurt die Gebärdensprache studieren. Für April 2007 sei der erste Gehörlosengottesdienst in Klagenfurt geplant.

Die Pfarrerin sprach vom Traum einer selbstständigen evangelischen Gehörlosengemeinde in Österreich. Das Problem der heutigen Gehörlosenseelsorge sei „zu wenig Geld“, das dringend für gut ausgebildete MitarbeiterInnen gebraucht würde. Außerdem benötige man „mehr Lobby“ für die Gehörlosenseelsorge in Österreich.

ISSN 2222-2464