20 Jahre Abendmahlsgemeinschaft

Superintendent Pöll: Gemeinschaft ist gewachsen und zukunftsfähig

Wien (epd Ö) – Zwanzig Jahre ist es her, seit die Reformierte, die Lutherische und die Methodistische Kirche Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft beschlossen haben. Auch die Ordination erkennen die Kirchen gegenseitig an. Aus Anlass dieses Jubiläums wurden am Sonntag, 21. November, um 18 Uhr in den methodistischen Kirchen in Graz, Linz, Salzburg und Wien zur selben Zeit nach derselben Liturgie Gottesdienste gefeiert. „20 Jahre ist eine lange Zeit, in der unsere Gemeinschaft gewachsen und vertieft worden ist“, sagte der methodistische Superintendent Lothar Pöll in dem Gottesdienst in Wien. Diese Gemeinschaft werde in dem Gottesdienst nun gefeiert, „aber wir blicken heute nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft. Es geht auch darum, was es heißt, evangelischer Christ im 21. Jahrhundert zu sein.“ Pöll wies auch auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hin, das die drei Kirchen in Österreich gemeinsam vorbereiten und feiern.

Es sei „besonders schön“, wenn Kirchen einander näherkommen, „und es ist besonders schön, wenn dies nach jahrhundertelanger Kluft und nach theologischem Streit geschieht“, sagte der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld in seiner Predigt. Die Gottesdienste im ganzen Land in den methodistischen Kirchen seien „Ausdruck lebendiger Zusammenarbeit, die besonders in den letzten Jahren intensiviert wurde“. Früchte davon seien der gemeinsam gestaltete jährliche Reformationsempfang oder etwa gemeinsame Pressekonferenzen. Als Aufgabe der Evangelischen Kirchen nannte Hennefeld, den Menschen Trost zu schenken. „Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Recht geschieht, dass soziale Gerechtigkeit nicht nur eine Parole bleibt. Wir müssen das einmahnen, dort wo wir Einfluss und die Möglichkeit dazu haben.“

Wipf: Die Menschen in unseren Kirchen wollen zusammengehören

Er sei hier in Wien in seiner Kirche, „und das kann ich auch sagen, wenn wir den Gottesdienst in England, in Norwegen oder etwa in Italien feiern“, sagte der Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Thomas Wipf, in seinem Grußwort. „Die Menschen in unseren Kirchen wollen zusammengehören, denn Liebe, Gerechtigkeit und Hoffnung verbinden.“ Das gemeinsame Zeugnis der Kirchen sei sehr wichtig, „und es ist schön, dass wir einander so ergänzen: die politische Predigt der Reformierten etwa oder die Liebe zur genauen Liturgie bei den Lutheranern“, sagte der Schweizer. Es sei ein glücklicher Beginn der Ratstagung der GEKE in Wien, diesen Gottesdienst gemeinsam feiern zu können. Die Feier des Abendmahls hat der lutherische Bischof Michael Bünker, Generalsekretär der GEKE, geleitet.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Ah-Young, Jin-Young und Chae-Young Son von der englischsprachigen methodistischen Gemeinde in Wien.

Hinweis: Druckfähige Bilder zum Gottesdienst auf foto.evang.at/

ISSN 2222-2464