20.000 Menschen arbeiten ohne eigene Versicherung

Foto: Laurent Ziegler
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Diakonie-Appell am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung

Wien (epd Ö) – Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen (3. Dezember) hat der Direktor der Diakonie Österreich, Michael Chalupka, darauf hingewiesen, dass in Österreich noch immer 20.000 Menschen arbeiten, ohne Anspruch auf eine eigene Sozialversicherung zu erlangen. „Menschen mit Behinderungen, die in Beschäftigungstherapie-Werkstätten arbeiten, gelten immer noch nicht als gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft“, kritisiert Chalupka. Obwohl sie oft jahrelang beschäftigt und längst erwachsen sind, können sie keinen eigenen Pensionsanspruch erwerben. Chalupka: „Das liegt daran, dass diese Menschen in Österreich als ‚arbeitsunfähig‘ eingestuft werden und ihre Tätigkeit nicht als Erwerbstätigkeit anerkannt wird.“

Vor zwei Jahren habe Österreich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert, die das Recht auf Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderungen deklariert. Auch im aktuellen Regierungsprogramm sei eine eigenständige Sozialversicherung für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten vorgesehen. Bis jetzt konnte lediglich eine Unfallversicherung erreicht werden. „Das ist ein guter erster Schritt, aber es braucht noch mehr“, so der Diakonie-Direktor. Die heute selbstverständlichen Arbeitnehmerrechte wie Kranken- und Pensionsversicherung, Urlaubs- und Gehaltsansprüche, Arbeitsschutzgesetze und gesetzliche Selbstvertretung sollten endlich auch für Menschen mit Behinderungen gelten, die in Werkstätten arbeiten. Unter dem Titel „Lass uns Partner sein“ hat die Diakonie eine österreichweite Kampagne gestartet und ruft dazu auf, ihr Anliegen für Menschen mit Behinderungen gegenüber Sozialminister Rudolf Hundstorfer zu unterstützen. Nähere Informationen dazu auf http://www.diakonie.at/.

ISSN 2222-2464