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1938 – Evangelische Kirche für „umfassendes Erinnern ohne ideologische Schuldzuweisungen“

Wien (epd Ö) – „Die Evangelischen Kirchen sind sich ihrer Verstrickungen in die dunkle Zeit der Geschichte Österreichs bewusst und bekennen, dass sie vor allem gegenüber ihren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Schuld auf sich geladen haben. Wir bekennen, dass wir als Kirchen in die Irre gegangen sind. Heute befinden wir uns auf dem Weg der Umkehr und treten ein für eine Kultur des Gedenkens.“ So beginnt eine Stellungnahme der Evangelischen Kirche A. und H.B. in Österreich zum Gedenken an den so genannten Anschluss und den Untergang Österreichs im März 1938, die am Dienstag, 11. März veröffentlicht wurde. Unter dem Titel „Zukunft braucht Erinnerung“ spricht sich die Evangelische Kirche darin für ein „umfassendes Erinnern ohne ideologische Schuldzuweisungen“ aus. Das Gedenken müsse alle Opfer von Nationalsozialismus und Krieg einschließen. „Aus einem Geist von Respekt, Toleranz und gegenseitiger Anerkennung wird das ‚Nie wieder!‘ lebbar“, betont die Evangelische Kirche. Auch heute gelte es, wachsam zu sein gegenüber Entwicklungen, „durch die Menschen ausgegrenzt und zu Opfern gemacht werden“.

Für eine „umfassende Kultur des Erinnerns“ brauche es die wissenschaftliche Aufarbeitung der Vergangenheit ebenso wie Orte und Formen des Gedenkens. In der von Bischof Michael Bünker und Landessuperintendent Thomas Hennefeld unterzeichneten Stellungnahme fordern die Evangelischen Kirchen in Österreich dazu auf, an allen Orten, die an die Gefallenen der Weltkriege erinnern, zusätzlich Tafeln des Gedenkens an alle Opfer von Nationalsozialismus und Krieg anzubringen. „So soll das Erinnern erneuert werden und Zukunft eröffnen“, heißt es in der Stellungnahme.

ISSN 2222-2464