10 Jahre Armutskonferenz: „Nicht die Augen verschließen!“

Caritas, Diakonie und auch der Bundespräsident gratulieren

12. Juli 2006 (epd Ö) – „Nach 10 Jahren Armutskonferenz kann ich nur darüber staunen, dass immer noch Politiker akzeptieren, dass Hilfesuchende bei der Sozialhilfe in jedem Bundesland unterschiedlich viel wert sind“, kommentiert Diakonie-Direktor Michael Chalupka den 10-jährigen Geburtstag der Armutskonferenz in einer Aussendung der Armutskonferenz.

Vor 10 Jahren wurde das Netzwerk der Armutskonferenz gegründet. Seitdem engagiert sie sich, um das „verschwiegene Problem von Armut und sozialer Ausgrenzung in Österreich zu thematisieren und eine Verbesserung der Lebenssituation Betroffener zu erreichen“, so der Text der Aussendung. Darin attestiert auch Caritas-Präsident Franz Küberl: „Die Armutskonferenz vernetzt die Initiativen zur Bekämpfung von Armut und schafft es immer wieder aufs Neue, mit kreativen Ideen die Scheinwerfer auf die Ursachen dieser versteckten Not in Österreich zu richten. Zehnjährig hat die Armutskonferenz nichts von ihrer ‚Unbequemlichkeit’ eingebüßt.“

Fischer: Unterschied zwischen Arm und Reich wird größer

„Armut ist ein Faktum, davor darf man die Augen nicht verschließen“, appelliert Bundespräsident Heinz Fischer in dem Text. Der Unterschied zwischen Arm und Reich werde nicht kleiner, sondern eher größer. „Darum muss man sich kümmern. Die Armutskonferenz zeigt Fakten auf, und diese müssen Eingang in die politische Diskussion finden“, so der Bundespräsident.

1995 fand in Salzburg die erste österreichweite Armutskonferenz statt. 1996 formierte sich ein breites und buntes Bündel von zivilgesellschaftlichen Kräften zum jetzigen großen Netzwerk: Wohlfahrtsverbände, Dachverbände von Sozialinitiativen, kirchliche und gewerkschaftliche Organisationen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Zusammenschlüsse von Armutsgefährdeten wie Alleinerziehenden und Arbeitslosen. Die Armutskonferenz – Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung – betreut und unterstützt im Jahr über 100.000 Hilfesuchende. Weitere Informationen unter www.armutskonferenz.at.

ISSN 2222-2464